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Eine Familie mit Benzin im Blut


Bei Schlößer`s Robert läuft`s


Oder:
Eine Familie mit Benzin im Blut
Ein Bericht für und mit Robert Schlößer und Familie


Kennt Ihr das? Dieses "on the Road" Gefühl aber habt keine Zeit ? Oder kommt nicht weg, weil.... ?
Mal wieder in Youtube, mal schauen ob es Videos gibt, die mich gerade anmachen, ich zäppe mich durch, finde einige und speicher mir diese ab, eins nach dem anderen ist angesagt, Rennstreckenvideos, da hab ich Bock drauf, mal sehen, ob es was Gescheites gibt.
Schloesserscom, ok , na dann mal Feuer frei, schau mir das Video an, Daytona fährt der Bursche dachte ich, ok. Eigentlich, da muss ich ehrlich sein, nach spätestens 2-3 Minuten zäppe ich mich dann bei so Rennstrecken-Videos durch, weil`s meist immer gleich ist, nicht bei Robert, so heißt er nämlich und fährt seit Jahren mit seiner ganzen Familie, gerne auch auf Rennstrecken, um seinen Spaß zu haben, sich immer wieder zu verbessern, aber dazu später.
Was mir auffällt ist, viele nette Maschinen auf dem Ring, dicke fette Bomber dabei S1000RR .....Königsklasse halt und einer ballert diese in den Kurven alle weg, fand es am Anfang unfassbar, wenn es Videos von großen Firmen wären, man könnte meinen, es wäre ein Fake, aber es ist Realität. Jede Maschine wird da mal geschwind überholt,
siegen tut man in der Kurve ist das Motto, für jeden Biker rate ich, schaut euch diese Videos an, irre, muss man gesehen haben.

Ich schreib unter Kommentare und Robert meldet sich per Mail, er schrieb mir, wie er all die Jahre sein Bikerleben MIT der ganzen Familie auslebt und ich staune "es gibt es wirklich" ja es gibt es, Menschen, die mit Ihrer Familie Ihr Hobby teilen und lieben.
"Als ich so 13 Jahre alt war, hatte ein junger Mann im Ort, wo ich bei meinen Eltern aufwuchs, eine BMW 75/5 mit lautem Auspuff. Wenn ich beim Spielen seinen Sound hörte, meist auf der Anfahrt zu meinem Heimatort, lief ich an die Hauptstraße, um ihn anzusehen, wenn er mit 120 km/h in den Ort rein fuhr. Ich glaube, schon damals hat es klick gemacht, dass das mal meine Welt sein würde, Motorräder..."

Im Laufe seines Lebens fuhr er vieles:
  • Neckermann Garelli Bonanza
  • Heinkel Tourist
  • BMW R 90 S
  • Suzuki VanVan 125
  • Yamaha XS 650
  • Yamaha DT 125
  • BMW R 100 RT
  • Kawasaki 750 LTD
  • Kawasaki KL 600
  • Moto Guzzi California Gespann
  • BMW R 1100 RS
  • Triumph Sprint ST
  • Speed Triple 1050
  • Triumph Tiger 1050
  • Street Triple R 2008
  • .....

Mit 15 musste er natürlich ein Mofa haben, es wurde 1973 eine Neckermann Garelli Bonanza, "weil die so aussah, wie ein zu heiß gewaschenes Motorrad, so mit richtiger Tank / Sitzbank Kombination". Sie lief so 28 km/h und damit war er einer der Langsamsten im Kreis, ein Tuningversuch brachte sie mal kurz auf 40, um dann auf eher 26 zurück zu fallen.
Sein Opa fuhr einen Heinkel Roller und als Schüler aus einer kleinbürgerlichen Familie war Richtung Abi mit dem Führerschein die Kasse blank und er war froh, dass er mit Opa einen schrottigen Heinkel Roller neu aufbauen konnte, der hatte nämlich einen Keller voller Ersatzteile. Und Robert's Roller lief nachher besser als Opa`s, als er fertig war und zum TÜV ging. Der TÜV Mann wollte kaum absteigen.
Kurz vor dem Abi 1978 kam die Zusage von der Bundeswehr zum SAZ 12 mit Studium, da kaufte er sein damaliges Traummotorrad BMW R 90 S, ein riesiges Poster hing im Partykeller. Damit konnte er in der Schule Eindruck schinden und damit ging es dann auch zum Bund nach Koblenz und anfangs auch nach Aachen.

Allerdings hatte die Maschine eine zweifelhafte Vorgeschichte und deshalb musste sie weg. Die Entscheidung ging flott und der Abstieg war grausam, auf eine Suzuki VanVan 125, im Winter stand sie 8 Wochen und wartete auf einen neuen Kolben. "Ich habe versucht, einige Stunts mit ihr zu fahren, aber es fehlte ihr eigentlich an allem"
1979 dann zum Studium nach Hamburg, 1980 kam seine Frau - damalige Freundin - auch nach Hamburg und Sie kauften sich das erste gemeinsame Motorrad, eine Yamaha XS 650, damit waren Sie sehr glücklich. 1981 kam eine Yamaha DT 125 dazu, weil seine Frau den Führerschein gemacht hatte, mit 18 hatte Sie von den Eltern dazu keine Erlaubnis bekommen. "Nach einer langen Fahrt von Hamburg ins Rheinland mit den beiden Bikes habe ich sie gegen eine Laterne gesetzt, da war sie knapp einen Monat alt." Sie gaben beide Yamahas in Zahlung und kauften eine BMW R 100 RT.

1983 war Robert mit dem Studium fertig und es stand ein Jahr Wochenendehe bevor, die Ratio empfahl ein Auto, was dazu auch taugt, dann gab es ein Jahr kein Motorrad.
1984 kauften Sie sich aus Verlegenheit eine Kawasaki 750 LTD, in der Eifel wuchs die Erkenntnis, dass man mit einem Chopper keine Kurven fahren kann, jedenfalls nicht sportlich. Die LTD musste einer KL 600 weichen, "die machte dann auch wieder Spaß - wenn sie ansprang - das Biest"

"1986, auf dem Weg zur Kaserne in Düren, zog ein Ford Escort hinter einem Trecker raus und übersah mich beim Überholen, die Kawa war heftig demoliert" und Robert's Knie brauchte eine Pause.
Mittlerweile war der erste Sohn geboren. Die Kawa musste weg und der Händler hatte auch Moto Guzzi - "eine California wäre mal geil..."

Auf der IFMA 1986 überlegten Sie sich wie es weiter geht "entweder ich fahre alleine, oder wir hängen einen Seitenwagen an die Cali II, damit wir das Hobby gemeinsam fortsetzen können" Auf der Messe klapperten Sie die Gespannhändler ab und fanden bei einem Franzosen einen solo stehenden wunderschönen Seitenwagen, den es aber in Deutschland nicht gab. Bei einem anderen Stand bekamen Sie Tipps zu Schepsky, Horn oder Walter zu fahren. "In Kassel bei Walter durfte ich sogar erstmalig ein Gespann fahren und hätte den Gedanken bald verworfen" Aber wie es der Zufall so wollte, importierte Helmut Walter ab sofort einen französischen Seitenwagen und der von der Messe stand schon in seiner Halle. Das war er, ein Jewell, damals für Robert der schönste Seitenwagen und auch heute noch schön anzusehen. "Wir bestellten blind einen und einen entsprechenden Fahrwerks- und Montagesatz mit Schwinggabel. Brei dem Kawa / Guzzi Händler durfte ich die Halle benutzen und habe die beiden Komponenten verheiratet."

Von 1987 bis 1997 sind Robert, seine Frau und seine Kinder damit mehrmals in Urlaub gefahren und waren damit auf den Campingplätzen in Südfrankreich oder in Schelswig-Holstein eine Attraktion.
1987 kam der zweite Sohn und im Sommer Urlaub in Südfrankreich, danach noch mal zwei Jahre auf Camping Plätzen nebenan.
1990 dann nach Biarritz, eine Woche Sturm und Regen zwangen uns zum Transfer zum Mittelmeer durch die nördlichen Pyrenäen. Dann hatten wir aber noch mal 2 Wochen Sonne.
1991 kam unsere Tochter dazu, 1993 fuhren wir mit Gespann und Auto in die Lüneburger Heide.
1994 erweiterten wir den Fuhrpark um eine BMW R 1100 RS, meine Frau fuhr das Gespann mit 2 Kids im Seitenwagen, ich die BMW mit einem Sohn. Zuerst sollte es ja eine TRIUMPH Sprint werden, aber der Händler in Krefeld hielt eine vereinbarte Probefahrt nicht ein. Die BMW konnten wir den ganzen Samstag fahren und haben sie dann auch gekauft.
1997 ging es an den Atlantik hinter Nantes in der Konstellation, dort verreckte das Kardangelenk der Guzzi.


1999 kam die neue Triumph Sprint ST raus, Ende April hatte Robert eine Probefahrt in Mönchengladbach vereinbart, parallel noch eine Ducati ST 2 gefahren, danach noch mal die Sprint, die Robert an dem Tag über 200km fahren und geniessen durfte, und die wurde dann auch bestellt und Anfang Mai zugelassen.
"Nach 6 Wochen hatte ich meine Frau soweit, dass sie die Sprint auch einmal fuhr, das war dann die letzte Tour für die BMW" Noch zu Weihnachten stand die zweite Sprint ST unter dem Tannenbaum. 
Seitdem leben wir Triumph!

"Leider habe ich es dann im September 2001, nach wochenlangem Ausbau der ersten Etage im Haus und Motorrad-Abstinenz bei heftigem Regen übertrieben, als ich in Aachen nur mal ein paar Halogen Spots abholen wollte. Bei 160 im Aquaplanung machten die Sprint und ich eine Rutschpartie auf Asphalt, dabei habe ich es besser überstanden als die Triumph. Meine Frau hatte mit dem Wagen auch Aquaplaning, als sie mich auflesen kam."
Alte Sprint abgegeben, neue bestellt. Die gingen dann mit ins Trentino und an den Trasimeno See, dabei wuchs die Erkenntnis, dass man bei 35 Grad und mehr lieber kein Motorrad fährt und wenn die Mücken schlüpfen lieber auch nicht.


Ende 2005 kam die neue Daytona 675 raus und Robert war sich sicher, dass er dieses Motorrad haben müsste. Als er zwischen Weihnachten und Neujahr beim Händler in Syke auf der Daytona saß, war die Ernüchterung groß, dieses Motorrad ist nichts für einen alten Mann... Nebenan stand eine neue Sprint ST, naja eher langweilig bei zwei Sprint in der Garage, daneben eine Speed Triple 1050, holla. "Im Februar hatte ich meine erste Speedy, man machte die Spaß."

Im Mai 2006 war Robert mit Kumpels aus Deutschland und USA in den Dolomiten, die Jungs waren blass und neidisch mit ihren BMWs. Seitdem gibt es jedes Jahr einen Motorrad Urlaub, die letzten Jahre mit seiner Frau mit ihrer Maschine, das Reiseziel wird per Auto und Anhänger angefahren.
2007 kam die Tiger 1050 raus, im April bekam Robert seine Tiger, im Mai mit dem Zug nach Narbonne und dann ab in die Pyrenäen auf die spanische Seite, verabredet mit den Amerikanern, einem Griechen und einem Serben. Die Amis kamen mit Bikes aus Barcelona, die anderen beiden wurden in Nizza beklaut und drehten um. "Die Pyrenäen gehörten uns und mir mit der Tiger ganz besonders" Die 1400 km nonstop zurück nach Hause machte Robert in 14 Stunden und ohne kaputt zu sein.

Im Herbst kam die Street Triple raus. Robert und seine Frau tauchten mit Ihrem ältesten Sohn zur Probefahrt auf, teilten sich jeweils ein Drittel der Strecke und waren begeistert. Beim nächsten Besuch wurden gleich zwei Stück zu Weihnachten bestellt. Eine kam auch und stand unter dem Tannenbaum, die andere kam erst im Januar. Diese Maschine hatte es dann auch nicht leicht bei uns. "Björn, Meggy und Robert erdeten die Maschine mehrmals mit 90 Grad Schräglage, meist bei kleiner Geschwindigkeit.

Mittlerweile hatte aber auch eine neue Street Triple R 2008 unter dem Tannenbaum gestanden. "Das ist bisher das beste Bike, was ich je gehabt habe, sie ist auf 98 PS gedrosselt, ihre Handlichkeit ist legendär, sie verzeiht so ziemlich alles. Meine Frau ist dafür mit ihrer Street Triple immer glücklicher geworden, die fehlenden kg helfen ihr dabei sehr!"
2008 Urlaub in Griechenland mit Leihmotorrad, 2009 Korsika mit Björn, 3 Bikes im Anhänger, 2010 Pyrenäen mit Griechen, Serben und Amerikanern, 2012 Allgäu, 2013 Berchtesgadener Land, 2014 zweimal Cinque Terre, 2015 Pyrenäen, 2016 Korsika, das waren die schönsten Urlaube und wir fahren jeweils in 2 Wochen zwischen 3000 und 3500 km.
2011 kam die neue Speedy dazu.
"Ich bin zwar ein alter Hase aber noch nicht auf der Rennstrecke"
Ein Freund, der von Robert ein Motorrad gekauft hat und danach eine Freundschaft entstanden ist, ist mit dem Bike und seinem folgenden Motorrad auf die Rennstrecke gegangen, so zwischen 2009 und 2013. "Dann hat er mich heiß gemacht, dass wir mal was zusammen auf der Rennstrecke machen sollten, aber dann mit dem richtigen Bike." Ich habe mir dann eine gebrauchte Daytona von 2007 gekauft um ihn zu ärgern, 14 Tage später hatte er auch eine und wir sind gemeinsam bei den BMW Track Days in Spa gewesen, mit dem Erfolg, dass wir gar nicht zusammen auf der Strecke waren sondern immer hintereinander, weil ich 10 Sekunden schneller war und damit in einer anderen Gruppe fuhr.
Dann habe ich mich für 2015 für mehrere Trainings bei MotoTeam / Steil Racing angemeldet, so auch in Rijeka Anfang April. In Rijeka bin ich am ersten Tag im zweiten Turn abgeflogen, mein Ego angekratzt und die Daytona Schrott. Auf dem Heimweg die Entscheidung getroffen, weiter machen - wir schaffen das - alte Daytona über Ebay weg und neue über Mobile her, die kam dann aus Polen, weil 2000€ billiger. Dann noch 3 Trainings in 2015 damit gefahren.

Jetzt 2016 war ich mit ihr in Chambley, Chenevieres und Mettet. Chambley und Chenevieres wurden von Steil Racing ausgerichtet, gebucht habe ich bei MotoTeam in Köln, Mettet ging über Panther Racing. Außerdem fahren wir, meine Frau und ich, regelmäßig am Hunsrückring über MotoTeam. Mettet oder Zolder geht aber auch über Zolder Motorsports.be und soll recht preiswert sein, wenige Deutsche, der Rest Belgier und Holländer.
Meine Vorgabe ist eigentlich, dass ich nicht mehr 1000 km bis zur Rennstrecke fahren möchte. Wir wohnen zwischen Köln, Aachen, Mönchengladbach und Düsseldorf,
400km sind für mich noch vertretbar. Alles weiter weg muss schon eine bestimmte Motivation haben.
Ich bin noch nicht in Rente und muss mir dafür Urlaub nehmen, Anreise am Vortag ist regelmäßig Pflicht, sonst ist es Hektik.
Panther Racing war jetzt in Mettet mit 2 Tagen und 240€ preiswert und gut, ein junges Team, engagiert, guter Service und gute Organisation, da fühlte man sich sofort wohl.
Jetzt in Mettet hatten wir einen 62 jährigen Vorruheständler kennengelernt, der fährt jeden Monat ein Training. Der war auch schon in Most, Oschersleben, Zolder, Zandvoort und in Spanien, ein richtiger Renn-Freak. Den Kontakt pflegen wir jetzt und werden uns sicherlich noch mal auf dem Kringel treffen.

Ich hoffe, ich kann das noch ein paar Jahre fortsetzen und mich noch etwas verbessern und nette Videos dabei drehen, denn Videos sind die Erinnerungen an die netten Events. Nach Chambley habe ich mir noch jeden Abend die Videos rein gezogen
und geschaut, warum ich wann so beschissen gefahren bin und nicht mehr draus gemacht habe.

Vor kurzem war die Rede von Tschechien, sollte Robert in Tschechien Kurven kratzen, wir sind am überlegen mal Hallo zu sagen, Spaß würde es auf alle Fälle machen...



(Bildquelle: Familie Schlößer)


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